Filme

Frisch und Zola

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Ab 15. Mai 2009 gibt es Neues aus der Filmedition Suhrkamp. Dann erscheinen nämlich das Portrait "Max Frisch. Citoyen" und der Spielfilm "Paradies der Damen" (1930) nach dem gleichnamigen Roman von Emile Zola auf DVD.

Inhalt:

Max Frisch. Citoyen

"Wir riefen Gastarbeiter, und es kamen Menschen." Mit Sätzen wie diesem griff Max Frisch immer wieder in das öffentliche Leben der Schweiz ein. Als politischer Intellektueller war Frisch auch in anderen Ländern ein gefragter Gesprächspartner: Er diskutierte mit Henry Kissinger über den Krieg in Vietnam, war 1977 in der Nacht, in der die "Landshut" gestürmt wurde, bei Helmut Schmidt in Bonn. Dem Citoyen, dem engagierten Bürger Max Frisch hat Matthias von Gunten sein Porträt gewidmet. Zu Wort kommt, neben Kissinger und Schmidt sowie Schriftstellerkollegen wie Christa Wolf, Günter Grass und Peter Bichsel, auch der Autor Max Frisch selbst - seine Tagebucheinträge und Reden werden gelesen von Reto Hänny. "Solche Stimmen fehlen heute in der Schweiz", sagte von Gunten dazu der Neuen Zürcher Zeitung. Man möchte ergänzen: und anderswo.

Das Paradies der Damen

DAS PARADIES DER DAMEN basiert auf dem 1883 entstandenen, gleichnamigen Roman von Émile Zola. Denise, eine Waise, geht nach Paris, um im Laden ihres Onkels Arbeit zu finden. Doch das prächtige Kaufhaus gegenüber, "Das Paradies der Damen", zerstört alle kleinen Geschäfte der Umgebung. Anhand der Geschichte der Protagonistin, die, fasziniert von der Pracht, im "Paradies der Damen" eine Anstellung findet, beschreibt der Film das Wachstum und die Struktur dieses Kaufhauses und gleichzeitig den Niedergang des Einzelhandels eines kompletten Pariser Stadtviertels. Die auftauchenden Figuren sind aktiv oder passiv mit dem wuchernden Kaufhaus verbunden: als Mitarbeiter, Käufer oder anliegender Einzelhändler. Besonderes Augenmerk findet neben der Verkäuferin Denise der Inhaber des Kaufhauses, Octave Mouret, und dessen Leben in der feinen Pariser Gesellschaft sowie seine Geschäftspraktiken. Vorbild für diese Figur war der Unternehmer Auguste Hériot, der das Pariser Kaufhaus Grands Magasins du Louvre begründete.

Lobster Films restaurierte den Film unter Mitwirkung der Cinémathèque Française. Die Originalfilmmusik interpretierte Gabriel Thiboaudeau mit dem Octuor de France neu für diese Bearbeitung.

Bonusmaterial:

Max Frisch. Citoyen:

Kapiteleinteilung, Interview mit Max Frisch (1985), Booklet mit Materialien und Interviews

Das Paradies der Damen:

Vorwort von Serge Bromberg (Lobsterfilm) (5:35), Aufzeichnung der Filmmusik, kommentiert von Gabriel Thiboudeau (Dirigent, Komponist) (9:20), DER BAUCH EINES KAUFHAUSES, Kurzfilm über eine Kaufhauskantine von 1930 (10:47).