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DVD-Review Protectors Staffel 1
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Sachlich wird auf der Rückseite des DVD-Covers der Inhalt der Serie zusammengefasst:
„PROTECTORS - AUF LEBEN UND TOD zeigt das Leben und die Einsätze von drei jungen Bodyguards, die zu einer Kopenhagener Spezialeinheit des dänischen Geheimdienstes gehören. Die Aufgabe für die drei ehemaligen Polizeibeamten Rasmus, Jonas und Jasmina besteht darin, Personen zu schützen, aber auch das dahinter lauernde Verbrechen aufzuklären. Gefährliche Einsätze und nervenzerreißende Abenteuer in ganz Europa warten auf die Helden, die erleben müssen, dass 100% Schutz nicht möglich ist und sie mehr als einmal ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen müssen.“
Aber so sachlich und nüchtern geht es in der Serie nicht zu. Sie beginnt mit einem Paukenschlag mit dem Bericht des Einsatzleiters der Spezialeinheit aus Bagdad nach Kopenhagen: „Ich habe einen meiner Jungs verloren. Eine Mörsergranate, ein Splitter ist durch seinen Hals.“ Was ist passiert? Der dänische Verteidigungsminister Skelbaek hat seine Soldaten in Bagdad zum Jahreswechsel einen Truppenbesuch abstatten wollen. Dabei hat er nichts Besseres zu tun, als auf die ungeschützte Dachterrasse der Botschaft zu gehen, um mit seiner Geliebten im heimatlichen Dänemark heimlich zu telefonieren. Sein Bodygaurd Igor Cadic, Däne jugoslawischen Herkommens, muss ihm folgen, sieht eine heranfliegende Mörsergranate, wirft sich auf den Verteidigungsminister. Dieser bleibt unverletzt, aber Igor ist tödlich getroffen.
Igors Vater, ein ehemaliger jugoslawischer Elitesoldat, der nach seiner Flucht vor dem Bürgerkrieg auf dem Balkan in Kopenhagen als Taxifahrer arbeitet, macht die EU, Dänemark und speziell den Verteidigungsminister für den Tod seines Sohnes verantwortlich. Diese Argumentationskette hat ihren Ursprung in seiner Lebensgeschichte: Während des Bürgerkrieg ist Cadic in feindliche Hände geraten, die mittels Folter ihm wichtige Informationen entlocken wollten. Um seine Standhaftigkeit zu brechen, haben mehrere Soldaten vor seinen Augen seine Frau vergewaltigt. Nach Preisgabe der Geheimnisse haben die Gegner seine Frau in seinem Beisein bestialisch umgebracht.
Hätte die EU aktiv den Bürgerkrieg rechtzeitig beendet, würde seine Ehefrau noch leben, wären er und sein Sohn nicht nach Dänemark geflohen, wäre sein Sohn nicht Polizist geworden - er wäre also noch am Leben. Und so macht sich Cadic auf den Weg, den Tod seines Sohnes zu rächen. Lakonisch stellt der Psychologe der Sicherheitstruppe fest, Cadic leide unter einem posttraumatischen Stresssyndrom. Das Opfer wird zum Täter.
Und dies ist der eine Handlungsstrang der ersten Folge: Das in Cadic entfesselte tierische Erbe des Menschen zur Strecke zu bringen.
Der andere Handlungsstrang zeichnet parallel hierzu die Ausbildung dreier junger Polizisten zu Beamten im Sicherheitsdienst nach: Jasmina el Murad, eine Dänin mit ägyptischen Wurzeln; Rasmus Poulsen, ein optimistisch-bodenständiger junger Mann und Jonas Mchaelsen, ein weltlich orientierter Jude, der zwischen ehelicher Treue und diversen Liebesabenteuern hin und her pendelt.
Beide Handlungsstränge laufen parallel, sind jedoch ineinander verwoben. So überbringt am Anfang Jonas, noch als einfacher Polizist tätig, Cadic die Nachricht von Tod seines Sohnes. Am Ende dieser Episode begegnen sie sich erneut, Jonas hat inzwischen seine Prüfung zum Leibwächter bestanden. Auch während des weiteren Verlaufs sind die beiden Handlungsstränge aufeinander bezogen. So sind die Spezialbeamte, die sich auf die Suche nach Cadic machen, gleichzeitig die Ausbilder der jungen Leute. Dem Zuschauer wird auf diesem Weg deutlich, welche beruflichen Anforderungen auf die Aspiranten warten, die Härte bestimmter Ausbildungsmaßnahmen werden dadurch einsichtig und nachvollziehbar. Aus Personalnot werden die Auszubildenden mitunter bereits für echte Einsätze abkommandiert.
Unterschiedliche Geschehnisse, durch Parallelmontagen in Szene gesetzt, sind auch stilbildende Elemente für die weiteren Folgen, die durchweg aktuelle Bezüge haben. Neben der Thematik der Auslandseinsätze der dänischen Armee (Folge 1) werden Chancen und Risiken einer offenen multikulturellen Gesellschaft gezeigt (Folge 2). Die 3. Folge beschäftigt sich mit dem islamischen Terrorismus. Einzelheiten dieses Anschlages scheinen an den versuchten deutschen Kofferbombenanschlag angelehnt zu sein. In Folge 4 wird das Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit am Beispiel einer geradezu militanten Stalkerin aufgezeigt, die die anstehende Heirat des dänischen Premierministers verhindern will. Zum Abschluss dieser 1. Staffel wird mit der 5. Folge auf die Kopenhagener Klimakonferenz Bezug genommen. Über diesen Anlass hinaus wird deutlich, welche Macht Informationen haben können und welch tödliches Spiel um den Besitz und das Unterdrücken von Nachrichten gespielt wird.
Die drei Protagonisten der Serie machen einen ernüchternden Reifungsprozess durch. Steigen sie anfangs voller Elan und Energie in Ihren neuen Job ein (Jonas am Ende der 1. Folge: Wir haben den geilsten Job der Welt!“), so sehen sie das später doch sehr desillusioniert (Jonas am Ende der 5. Folge: „Was haben wir bloß für einen Scheißjob!“)
In dieser Serie wird dem Zuschauer die Doppelmoral der Politik vor Augen geführt. Nicht nur, dass durch private amouröse Abenteuer das Leben junger Polizisten zerstört wird, sondern der unsichere, mit Selbstzweifeln geplagte Politiker stellt sich als selbstbewusster Staatsmann in die Öffentlichkeit, um mit dem Inbrunst der Überzeugung Konzepte entwickelt und diese vertritt, an denen er insgeheim seine größten Zweifel hat.
Aber es wäre zu kurz gegriffen, sähe man allein den Politiker am Pranger. Nicht nur, dass das Politikerleben von einer kritischen Öffentlichkeit - zu Recht - beobachtet und kommentiert wird, hat die permante öffentliche Präsenz der Politikerpersönlichenkeiten seinen Preis im Verlust der Privatheit. Da ist einerseits die neurotisch-kriminelle Energie der Stalkerin, andererseits ist aus Sicherheitsgründen bei jeder intim ausgetauschten Zärtlichkeit der Sicherheitsdienst dabei.
Und da sind die jungen Bodyguards, die die Verlogenheit der Welt, ihre kriminelle Energie und die Doppelbödigkeit der politischen Ebene unmittelbar mit ansehen, dies aber unkommentiert in stoischer Ruhe ertragen, weil sie ihren Job erledigen müssen und dies auch mit größter Professionalität tun.
Die Sympathien des Zuschauers gehören diesen jungen Beamten. Jene müssen dafür gerade stehen, was andere verbockt haben. Der Zuschauer kann sich an ihrer Stelle entrüsten. Und über die Entrüstung an der Fiktion weist diese Serie auf den Bereich, der hinter der Fiktion steht: Auf die gesellschaftliche und politische Realität entwickelter Gesellschaften. In diesem Sinn ist diese Serie sowohl unterhaltsam als auch belehrend: Sie klärt auf!
Bild- und Tonqualität
„Protectors“ präsentiert sich in einem authentischen „Mittendrin-Look“, der sich stilistisch ansatzweise an Vorlagen wie „24“ orientiert. Das von Handycams gefilmte Bild bewegt sich ständig, allerdings sind die Schnitte nicht ganz so hektisch und es gibt im Gegensatz zur amerikanischen Actionserie keine Bild-in-Bild-Szenen. Dominierendes Stilelement sind stattdessen zum Teil extreme Nahaufnahmen von den Akteuren, Gesten, Augen oder Gegenständen. Solche kompromisslosen Close-Ups finden sich heutzutage eher selten, da Regisseure auch bei TV-Produktionen spätestens seit der neuen HD-Technik für gewöhnlich eher den Blick auf die Totale präferieren. Ansonsten vermitteln die fahlen, leicht bläulich verzerrten Farben zusammen mit der moderaten Schärfe und einem leichten Camcorder-Look das Gefühl, die Serie selbst als Agent durch eine Überwachungskamera zu verfolgen.
Der deutschsprachige Ton ist in Dolby Digital 2.0 abgemischt und rückt das Geschehen stark nach vorn in den Bereich des Centers. Damit wird dem Umstand Tribut gezollt, dass „Protectors“ nicht wie eine typische Agentenserie von Action, sondern von der Vielzahl an Dialogen lebt. Die Musik hält sich weitgehend im Hintergrund.
Extras und Verpackung
Das aus fünf DVDs bestehende DVD-Set wird in einer stabilen Plastikhülle geliefert. Vier DVDs klemmen paarweise leicht versetzt auf jeweils einem Plastikträger, wodurch die obere Disc entnommen werden sollte, um an die untere zu gelangen. Die erste Disc ist einzeln untergebracht.
Dem Set liegt neben einer Werbebroschüre eine Übersicht über die drei Hauptakteure bei. Bonusmaterial ist auf den Discs nicht enthalten.
Aktion (Gewinnspiel)
Als besondere Aktion gibt es drei Box-Sets zu gewinnen. Die genauen Teilnahmebedingungen erfahren Sie in unserem Forum über diesen Link.













