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Blu-ray Review: Psycho – 50th Anniversary Collection
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Film:
In Alfred Hitchcocks filmischem Glanzstück spielt Anthony Perkins die Hauptrolle des unheimlichen Hotelbesitzers Norman Bates, dessen verwinkeltes altes Haus mit dem angegliederten Motel nicht gerade der beste Ort ist, um einen ruhigen Abend zu verbringen. Niemand weiß dies besser als Marion Crane (Janet Leigh), die dort in der berüchtigten Duschszene ihr unglückseliges Ende findet. Als sich zuerst ein Privatdetektiv (Martin Balsam) und dann Marions Schwester (Vera Miles) auf die Suche nach ihr machen, geraten sie in eine bedrohliche Lage…..
„Pünktlich kommen… nichts verraten!“: Knappe 2 Minuten Duschszene, 50 Cuts, sieben Tage Produktionszeit….
Was soll man über “Psycho” noch schreiben, was nicht schon 1000mal geschrieben worden ist. Ein Satz reich eigentlich: “Psycho” hat die Filmwelt nachhaltig verändert: Bei der Art wie man Szenen schneidet, wie man die Kamera bewegt, wie man Musik einsetzt, wie man die Einbildungskraft der Zuschauer nutzt usw., hat “Psycho” neue Maßstäbe gesetzt. “Psycho” kann man auch als die Mutter des Slasher-Film-Genres ansehen und als ersten Schritt zur Lockerung des sog. “Production Codes“.
Hitchcock hat mit seinem Meisterwerk 15 Millionen US$ (heute ca. 105 Mio.) verdient, denn er hatte eine 60%ige Gewinnbeteiligung ausgehandelt. Mit einem Budget von run 807.000,- US$ konnte der Film 1960 16 Mio. US$ nur in den USA einspielen….
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Bild/Video (im Vergleich zu Referenz-BDs): 80%
Bild/Video (Repräsentation des Filmmaterials): 95 %
Für diese Blu-ray Disc wurde als Vorlage ein Finegrain-Master verwendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Universal-Veröffentlichungen, die mit Antirauschfiltern und Nachschärfung verunstaltet worden sind (z.B. “Jenseits von Afrika” und die erste VÖ von “Gladiator“, die nachgebessert werden musste), scheint bei “Psycho” alles in Ordnung zu sein. Das feine Filmkorn ist noch intakt und bewegt sich normal. Doppelkonturen gibt es zwar ein paar, doch die haben nichts mit Nachschärfung zu tun. An vielen Stellen wurden digitale Tools verwendet um Kratzer, Schmutz und andere Bildprobleme zu retuschieren. Ganz fehlerfrei ist das Bild allerdings nicht - doch das erwartet auch niemand. Hier und da sind noch kleinere Pünktchen zu entdecken. Bis auf die Spezialeffekte-Szenen (z.B. Opening-Titles, Treppenabsturz) ist die Schärfe und Detailauflösung überall relativ hoch, so dass das Bild sogar oft plastisch wirkt. Die Gesichter der Damen sind allgemein etwas weicher/unschärfer, was aber Absicht ist, denn damals zeigte man das “Alter” der Damen ungern durch ihre Falten. Der Kontrast ist recht gut, wie auch die Schattendurchzeichnung, die das Schwarz-Weiß-Bild sehr klar wirken lässt. Wesentlich besser wird es wohl kaum gehen. Absolut gesehen, d.h. im Vergleich zu Referenz-BDs ist die Bildqualität nur durchschnittlich, aber trotzdem repräsentiert diese BD das Filmmaterial sehr gut.
Audio: Englisch 78% / Deutsch:69 %
Während der deutsche Ton rauscht, knackst und knistert, wurde der englische Monoton restauriert und erklingt relativ sauber und wird als Lossless-Tonspur präsentiert. Doch beiden Monotonspuren hört man das Alter an, d.h. dünner Ton, kaum Bässe, wenig Höhen, mittenlastig und ein geringer Dynamikumfang. Das wollten die Toningenieure von BluWave Audio (dem Universal-eigenen Soundstudio) so nicht hinnehmen und suchten nach einer Möglichkeit den Ton zu verbessern. Da es keine getrennten Audiostems (Dialoge, Musik, Geräusche) mehr gab, musste man mit dem fertigen Monomix etwas anfangen. In der französischen Firma Audionamix fand Universal den richtigen Partner für diese Aufgabe. Audionamix machten sich 2007 einen Namen, als sie für den Edith Piaf-Film “La vie en rose” die Stimme von Edith Piaf aus den Originalaufnahmen aus den 40er und 50er Jahren extrahierten um sie für den 5.1-Mix des 2007er Films zu verwenden. Audionamix zerlegte den Monoton von “Psycho” in mehrere Tonspuren, die verschiedene Instrumente der Musik, Geräusche und die Dialoge enthielten. Bei BluWave-Audio wurde daraus ein neuer 5.1-Mix erstellt, der erstaunlicherweise sehr gut funktioniert. Autos fahren jetzt z.B. von rechts nach links und nutzen dazu alle drei Frontkanäle. Die Musik ertönt räumlich über alle Kanäle und klingt dadurch noch eindringlicher - vor allem in der Duschszene. Durch die Extraktion aus dem Monomix konnte allen Tonelementen eine digitale “Verjüngungskur” verpasst werden (z.B. Audio Expander), wodurch sie nun einen erweiterten Frequenzgang haben. Für den deutschen Ton gab es wohl nicht mal ein Budget, um einmal CEDAR über die Monospur laufen zu lassen bzw. das eingestellte Audio-Tool SASS wiederzubeleben. Auch eine etwas höhere Bitrate als 192 kbps, z.B. 384 kbps, hätte man den Monospuren “antun” können.
Extras/Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Stephen Rebello Autor von “Alfred Hitchcock and the Making of Psycho”
- Das Making-Of von Psycho: 94:13 Min.
- Im Schatten des Meisters: Hitchcocks Erbe: ca. 26 Min.
- Hitchcock / Truffaut: ca. 16 Min.
- Nachrichtenausschnitte: Psycho erscheint: ca. 2 Min.
- Duschszene: mit und ohne Musik: ca. 2 Min.
- Duschszene: Storyboards von Saul Bass: ca. 5 Min.
- Der Sound von Psycho (HD): ca. 10 Min.
- Die Psycho-Archive: ca. 8 Min.
- Poster und Werbung für Psycho
- Aushangbilder: ca. 2 Min.
- Fotos hinter den Kulissen: 8 Min.
- Publicity-Aufnahmen: ca 2 Min.
- Psycho Original-Kinotrailer: ca. 7 Min.
- Psycho Neuveröffentlichungstrailer: ca. 2 Min.
- Alfred Hitchcock präsentiert: “Lamb to the Slaughter”: ca. 27 Min.
- 20-seitiges Booklet mit vielen Bildern und Hintergrundinformationen zur Entstehung von “Psycho”: Making-of, Cast, Produktion, Die Duschszene und vieles mehr
Resümee:
“Psycho” wird auf einer schönen Blu-ray veröffentlicht. Die Bildqualität mag, absolut gesehen, nur durchschnittlich sein. Doch für einen Film von 1960 ist sie sehr gut. Außerdem repräsentiert die BD die Bildqualität des Filmmaterials auch sehr gut. Der deutsche Ton wurde etwas stiefmütterlich behandelt, doch dafür wurde der englische Monoton restauriert und es wurde ein, für das Alter, sehr guter 5.1-Mix erstellt. Das Bonusmaterial ist sehr umfangreich und sehr interessant. Das Making-Of von Laurent Bouzereau aus dem Jahr 1998 ist das Highlight.
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