Filme
Blu-ray Review: "Kampf der Titanen"
Anzeige
Es herrscht Krach im Olymp. Missmutig müssen die selbstgefälligen Götter zur Kenntnis nehmen, dass ihre Schöpfungen ihnen auf der Nase herumtanzen. Die Menschen von Argos kündigen ihre Untertänigkeit auf und zelebrieren ungeniert den Atheismus, bis den Göttern der Kragen platzt und sie den Menschen eine Lektion erteilen. Inmitten dieses Vergeltungsschlags gerät eher zufällig Perseus – gespielt von Sam Worthington –, der als Waisenkind aufgelesen und liebevoll groß gezogen wird. Seine gesamte Pflegefamilie fällt dem Zorn der Götter zum Opfer, so dass der inzwischen erwachsene Fischer Rache schwört und zum schneidigen Schwert greift.
Triebfeder göttlichen Zorns ist Hades höchstselbst, der sich mit intrigantem Geschick durchsetzt und Zeus überredet, der Menschen Gehorsam mit einem furchtbaren Kraken zu erzwingen. Hades, gespielt von Ralph Fiennes, weist bei all seiner Hinterhältigkeit unverkennbare Parallelen zu der von Brad Dourif verkörperten Figur „Grima Schlangenzunge“ aus Peter Jacksons Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ auf. Die einzige Möglichkeit, die sichere Vernichtung von Argos abzuwenden, ist in der filmischen Interpretation der Perseussage ein Menschenopfer der jungen Prinzessin Andromeda, deren Schönheit ihre Mutter auf eine Stufe mit den Göttern stellt.
Um es nicht so weit kommen zu lassen, macht sich Perseus, vom Olymp verstoßener Halbgott und Zeus' Sohn, zusammen mit einem illustren Grüppchen wagemutiger Soldaten und Jäger auf den Weg. Ihre Reise führt sie quer durch ein bunt gezeichnetes wüstenartiges Terrain, das nur mit viel Fantasie an griechische Gefilde erinnert, zu finsteren Hexen und ihrer Schwester, der gefährlichen Medusa, ehe sich Perseus schließlich dem Kraken stellt und es in seinen Händen liegt, die Kreatur zu besiegen und damit gleichsam Argos und die Prinzessin zu retten.
Sam Worthington mimt den gelassenen, drahtigen Superhelden. Etwas sperrig entfaltet sich der in ihm angelegte Persönlichkeitskonflikt – als Halbgott der Sache der Menschen oder dem Ruf der Götter zu folgen. Immer wieder schlägt er die kleinen göttlichen Hilfsmittel aus, die ihm gereicht werden. Die einzige Ausnahme macht er mit Io, gespielt von Gemma Arterton, deren Charme er sogleich erliegt und deren Hilfe und Ratschläge er ohne Widerwillen annimmt.
Fast ohnmächtig wirkt die Figur des Zeus, jenes Gottes, der aus der griechischen Mythologie als Inbegriff von Stärke und Dominanz überliefert ist. Geradezu verloren wirkt er in der Verkörperung des für seine Glanzrolle in „Schindlers Liste“ mit dem Oscar nominierten Liam Neeson, ohnmächtig, betäubt. Geschockt davon, dass sich seine Kinder gegen ihn erheben, lässt er fast apathisch Hades gewähren und durchblickt erst spät die so offensichtlich gewobenen Fäden der Intrige jenes Hades, der durch die Furcht der Menschen Kraft und Oberwasser erlangt. So ist Liam Neeson die unfreiwillig tragische Figur des Films, dessen Zeus-Interpretation glaubhaft macht, auf die Hilfe eines Halbgottes angewiesen zu sein, um die eigenen Versäumnisse wieder zu kitten. Und so führt Perseus Zorn gegen die Götter unfreiwillig, aber ganz in Zeus' Sinn, dazu, dass sich das alte Kräfteverhältnis im Olymp wiederherstellt.
Das in der griechischen Mythologie verortete Rachethema ist auch abseits der Filmvorlage von 1981 nicht ganz neu. Zuletzt auf die Spitze getrieben wurde es von der Videospielreihe „God of War“, worin Heerführer Kratos von den griechischen Göttern irregeführt wird und infolgedessen einen furchtbaren Rachefeldzug zelebriert. Anders als Perseus im „Kampf der Titanen“ ist Kratos allerdings kein Held, kein Sympathieträger, sondern eine rein auf sich bezogene Figur, der alles und jedermann fernab seiner persönlichen Rache gleichgültig ist – die Verbitterung und Blutrünstigkeit jener Figur bietet sich für einen auf ein Happy End ausgelegten Hollywoodstreifen kaum als Vorlage an. Andererseits nimmt es der Handlung das pathetische Element, den Göttern als Mensch entgegenzutreten. Skrupellosigkeit gab Kratos die Kraft, es mit den ebenfalls skrupellosen Göttern aufzunehmen. Perseus soll dasselbe mit menschlichen Qualitäten erreichen, wodurch die Story sich den üblichen Hollywood-Konventionen beugt und die Chance vergibt, mit einem ungewöhnlichen Helden aus der Rolle zu fahren. So besteht Perseus' widerborstigste Handlung darin, das Geschenk der Götter – ein Schwert – schließlich doch anzunehmen, um Hades zurück in die Unterwelt zu befördern.
Kampf der Titanen ist ein bildgewaltiges, actionreiches Popcornkino für zwischendurch.
Bildqualität
Wie bei vielen aktuellen Abenteuerstreifen üblich, wird auch bei „Kampf der Titanen“ auf eine farbliche Eintrübung (Color Grading) zurückgegriffen, um dem Film eine unverkennbare Charakteristik zu verleihen. Die Grundstimmung geht hier, insbesondere in den Wüstenabschnitten, deutlich ins Gelbliche, während in den Wäldern der grünlich-fahle Lichteinfall mit technischen Mitteln gestützt wird. Die Bildschärfe setzt keine Maßstäbe, ist aber insgesamt in Ordnung.
Der mit VC-1 im advanced Profile 3 komprimierte Hauptfilm erreicht ein Bitratenmittel von rund 17 Mbps. Daneben liegt noch eine Sekundärvideospur mit rund 600 kbps in der niedrigeren Auflösung von 480p vor, die für ein Bild-in-Bild-Feature verwendet wird. Die Kompression ist insgesamt in Ordnung, obwohl noch etwas Speicherplatz auf der Disc (BD-50) für ein Sicherheitspolster ungenutzt bleibt. So erreichen die Bitratenspitzen Werte von knapp 48 Mbps und sorgen dafür, dass sich auch in den höheren Bewegtbildanteilen keine sichtbar störenden Klötzchen bilden. Besonders kritisch sind regelmäßig dunklere Filmpassagen, weil hier die Kompressoren besondere Mühe haben, die schwer trennbaren Kontraststufen sauber abzubilden. Ein solches Beispiel findet sich in „Kampf der Titanen“ zu Filmbeginn auf dem offenen Meer inmitten eines nächtlichen Gewitters. Gischt und Wogen bereiten dem Kompressor keine Mühen und auch der Schnitt auf das dunkle Schiffsdeck mit leichtem Qualm, der sich langsam ausbreitet, wird hinreichend sauber aufgelöst.
Tonqualität
Der englischen Tonspur wurde für die Blu-ray-Fassung eine 5.1-Spur mit DTS HD Master Audio spendiert. Die deutsche, französische und spanische 5.1-Ausgabe bedienen sich einer konventionellen Kompression in Dolby Digital mit jeweils 448 kbps und dürften mit diesen Eckdaten identisch mit der DVD-Fassung sein. Trotz dieser technischen Einschränkungen gibt es einige akustische Akzente, etwa wenn sich Perseus mit seinen Begleitern der heimtückischen Medusa stellt, die alle Männer zu Stein erstarren lässt, sobald sie ihr in die Augen schauen. Ihr höhnisches Gelächter füllt alle Kanäle und wandert wunderbar behende über die rückwärtigen Kanäle, so dass einem buchstäblich ein akustischer Schauer über den Rücken läuft.
Sobald der Kraken entfesselt ist und sich auf den Weg macht, Argos in eine Trümmerlandschaft zu verwandeln, schlägt auch der Tiefton packend zu und untermalt die zerstörerischen Hiebe der wuchtigen Arme mit ordentlichem Grummeln aus den Tiefen des Frequenzkellers.
Der Soundtrack von Ramin Djawadi begleitet die bunten Bilder angemessen, ohne sich allzu sehr in den Vordergrund zu spielen.
Extras und Technisches
Auf der PlayStation 3 (PS3) vergehen vom Einlegen des Films bis zum statischen Hauptmenü 85 Sekunden, wenn alle skip-baren Trailer übersprungen werden. Das Menü ist schnörkellos-funktional und steht während der Wiedergabe als Popup-Menü zur Verfügung. „Kampf der Titanen“ verfügt über ein pfiffiges Detail. Zwar wird eine abgebrochene Filmwiedergabe beim wiederholten Einlegen der Disc nicht sogleich automatisch an derselben Stelle fortgesetzt, dafür bietet das Hauptmenü bei der Wiedergabe aber die Wiederaufnahme an. „Resume Play“ ist insoweit direkt und elegant über das Hauptmenü realisiert.
Herausragendes Special der Blu-ray Disc ist der „Maximum Movie Mode“, der über die volle Filmlänge Kommentare zu den jeweiligen Szenen und Hintergrundvideos enthält, beispielsweise von Studioaufnahmen. Es ist ein Making of in Filmlänge, das wegen des passgenauen Zuschnitts zum Filmgeschehen besonders anschaulich und sehenswert ist. In dem 8minütigen Feature „Sam Worthington: Ein Actionheld für die Ewigkeit“ wird in bekannter Weise die Leistung des Hauptdarstellers gefeiert. Die fünfeinhalb letzten Filmminuten gibt es in einem neuen Zusammenschnitt als alternatives Ende, das sich mit der romantischen Verbindung zwischen Perseus und Andromeda ein wenig näher an der bekannten Überlieferung der Perseussage orientiert, sich aber für den dramatischen Filmbogen offenbar weniger anbot als die Romanze zwischen Perseus und seiner treuen Gehilfin Io.
Ansonsten enthält die Blu-ray Disc einen 18minütigen Zusammenschnitt nicht verwendeter Szenen (Outtakes). Das 35minütige Feature „Fokus-Punkte“ stellt einzelne Figuren und Elemente der Perseussage näher vor.
Abgerundet wird das Angebot bei bestehender Internetverbindung von einer BD-Live-Funktion, die erfreulicherweise auch ohne Registrierung zur Verfügung steht. Nach der Wahl der Sprache für die passenden Untertitel stehen die Videos zügig bereit. Für „Kampf der Titanen“ wird gegenwärtig ein internationales Special angeboten, das in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln (OmU) nochmal Kommentare der Crew zum Film enthält. Außerdem gibt es Trailer für diverse Filme, zur Zeit: „The Blind Side“, „Where The Wild Things Are“, „Inception“ sowie für das Videospiel „Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4“.
Filmsammler stören sich immer wieder an dem großflächigen Logo zur Altersfreigabe auf dem Coverbild. In vielen Fällen bieten die Studios für solche Fälle ein Wendecover mit einem identischen Motiv ohne störendes Logo an. Bei „Kampf der Titanen“ fehlt dieses allerdings.
Gewinnspiel
Für diesen Film bieten wir eine Verlosung an. Als Preise gibt es 3x die DVD von „Kampf der Titanen“ zu gewinnen. Die Einzelheiten und Teilnahmebedingungen stehen an dieser Stelle in unserem Forum. Viel Spaß und Erfolg allen Teilnehmern!
Zusammenfassung
- Studio: Warner
- Altersfreigabe: ab 12
- Laufzeit: 106 Min.
- Wendecover: nein
- Disc-Typ: BD-50
- Audiospuren: Englisch DTS 5.1 HD MA, Deutsch/Französisch/Spanisch Dolby Digital 5.1
- Untertitel: ja
- Bootzeit: 85 Sekunden
- BD-Live: ja
- Resume-Play: ja (per Menü)
- Extras: siehe Text
Der Hörtest erfolgte mit dem Teufel System 9 THX Ultra 2.


