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Blu-ray Review: "Der Herr der Ringe Spielfilm-Trilogie"

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Bild: Warner Home Video

Der Herr der Ringe spielt in der Fantasy-Welt Mittelerde. Der dunkle Herrscher Sauron ist erwacht und trachtet nach dem Instrument seiner Macht – einem Ring, mit dessen Hilfe er die Welt unterjochen und das zivilisierte Leben ins Chaos stürzen will. Jener Ring verfügt über eine Zauberfähigkeit, um seine Träger unsichtbar machen zu können. Nach dem letzten großen Krieg zwischen den freien Völkern Mittelerdes und Sauron wanderte er von Hand zu Hand und umnachtete den Verstand seiner Besitzer, die den Ring für ihn verwahren und zu ihm zurückbringen sollen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Mitten im beschaulichen Auenland, einer ländlichen Region mit einfachen, aber lebensfrohen Menschen, fällt der Ring schließlich in die Hände von Frodo Beutlin, der damit jäh aus seinem ruhigen Leben hinein ins große Abenteuer gerissen wird. Um den Ring dem Zugriff finsterer Jäger zu entziehen, muss sich Frodo zusammen mit seinem Freund und Gärtner Sam auf eine für die bodenständigen Hobbits ungewohnt lange Reise begeben. An der Seite von Zauberer Gandalf formiert sich eine illustre Gemeinschaft aus neun Gefährten – zwei Menschen, einem Zwerg, einem Elb, vier Hobbits und Gandalf –, deren Aufgabe darin besteht, den Ring der Macht an den einzigen Ort zu bringen, wo er vernichtet werden kann: den Schicksalsberg mitten in Mordor, dem Gebiet des Feindes Sauron. Nur so verliert der Ring seine Macht, um den dunklen Fürsten zu besiegen.

Der Weg der Gefährten trennt sich und damit auch die Handlung. Dreh- und Angelpunkt bleibt die Reise von Frodo und Sam, aber der Blick schweift zugleich auf die Geschicke jener Menschen, die von den finsteren Mächten unmittelbar bedroht und in Krieg und Zerstörung verwickelt sind. Abseits des geheimen Auftrags der Hobbits entzünden sich in den Königreichen Rohan und Gondor Intrigen und Schlachten, die ausführlich dargestellt werden. Zunächst gilt es, Sarumans Armee gegen Rohan abzuwehren, ehe sich der Blick Richtung Gondor verschiebt, wo der Krieg um Mittelerde seinen Höhepunkt findet. Mit vereinten Kräften von Elben, Menschen, den „Ents“ genannten Baumgeschöpfen sowie ehrlosen Untoten, denen die Chance gewährt wird, ihre Sünden durch Tapferkeit auf dem Feld zu vergelten, gelingt es, erst Sarumans und schließlich Saurons Angriffe abzuwehren. Mit letzten Kräften formieren sich die Menschen und fordern Sauron direkt heraus, um mit einem Ablenkungsmanöver dem Ringträger die Möglichkeit zu verschaffen, seine Aufgabe abzuschließen.

Ein Grundproblem von Buch und Film ist wohl jene Hürde, die viele Regisseure vor der Umsetzung einer solchen Verfilmung hat zurückschrecken lassen: Die Vielzahl von Personen und Handlungsorten, die zudem kompliziert miteinander verwoben sind. Was J.R.R. Tolkien im Buch gelingt, ist ein sehr anspruchsvoller Stoff für die große Leinwand – zu anspruchsvoll, wie sich viele Regisseure und Produzenten zuvor einig waren. Peter Jackson hat das Problem mit einem raffinierten Kniff gelöst. Sehr langsam und gemächlich führt er den Zuschauer an das Geschehen heran, zeigt das idyllische Auenland mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Bewohnern, die dem Zauberer Gandalf sichtbar ans Herz gewachsen sind. Ganz langsam werden die ersten Hauptfiguren in ihrem beschaulichen Umfeld eingeführt, ehe die Geschichte an Fahrt gewinnt. Cate Blanchet spielt nicht nur die Elbenkönigin Galadriel, sondern erzählt auch in ruhigen, auf das Nötigste reduzierten Worten die wichtigsten Kernpunkte der Rahmenhandlung, um den Zuschauer nicht zu überfordern.

LOTR Abb. 1: Aus dem unscheinbaren Waldläufer Aragorn wird zum Schluss der Trilogie der König von Gondor. (Bild: Warner)LOTR Abb. 1: Aus dem unscheinbaren Waldläufer Aragorn wird zum Schluss der Trilogie der König von Gondor. (Bild: Warner)

Nach und nach kommen weitere Figuren hinzu: der Waldläufer Aragorn, zugleich ungekrönter Thronerbe Gondors. Er trifft scheinbar zufällig auf die reichlich naiven Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin und nimmt sie unter seine Fittiche. Zu fünft geht die Reise bis ins Reich der Elben nach Bruchtal. Der weise Elrond, etwas steif von Hugo Weaving (Matrix) gespielt, beruft einen Rat ein, an dessen Ende die letzten wichtigen Kernfiguren des Films vorgestellt werden: der Zwerg Gimli, der Elb Legolas und der Mensch Boromir, Lieblingssohn des amtierenden Verwalters von Gondor.

Weil die Reise im zweiten Teil des Films nach Rohan führt, spielt König Theoden eine herausragende Rolle. Von dem intriganten Berater Schlangenzunge und Sarumans magischem Einfluss fest im Griff, muss Gandalf ihn zunächst von den äußeren Einflüssen befreien – man könnte es einen Exorzismus nennen –, so dass Theoden wieder Herr seines Willens wird. Bernard Hill gelingt es ausgezeichnet, dem König anschließend eine würdevolle Präsenz zu vermitteln, die sich durch eine natürliche Autorität einerseits, eine gewisse Distanz und Reserviertheit selbst Gandalf gegenüber andererseits ausdrückt. In Rohan wird zugleich Eowyn eingeführt, die in Tolkiens vorwiegend von heroischen Männern geprägten Literaturvorlage als resolute, selbstbewusste Frau herausragt. In der kürzeren Kinofassung des Films wird ihre Rolle nicht so ganz deutlich, insbesondere bleibt ihr Antrieb, unbedingt den Männern in die Schlacht folgen zu wollen, etwas nebulös. Ihre Charakterentfaltung gelingt in der erweiterten Filmfassung besser, die auf Blu-ray Disc aber bislang noch nicht zu kaufen ist. Stattdessen wird eine Art tragische Liebesgeschichte zu Aragorn entwickelt, der seinerseits sein Herz an Elronds Elbentochter Arwen verlor. Als Preis ihrer Beziehung hat Arwen gar ihre elbische Unsterblichkeit geopfert – so dass Eowyns Gefühle von Aragorn unerwidert bleiben.

Auch wenn dies nur ein Ausschnitt der Filmfiguren ist, wird bereits deutlich, dass der Zuschauer überdurchschnittlich aufmerksam dem Geschehen folgen muss. Das gilt besonders dann, wenn er die Buchvorlage nicht kennt. Peter Jackson räumt ihm dafür aber ebenfalls überdurchschnittlich viel Zeit ein. Bereits die kürzere und dieser Besprechung zugrunde liegende Kinofassung kommt pro Film auf rund drei Stunden Spielzeit. Die Ausdauer des Zuschauers wird aber belohnt. Obwohl für den Film eher unbekannte Darsteller verpflichtet wurden, haben sie ihre Rollen in aller Regel sehr überzeugend angenommen. Aus der Menge guter Darstellungsleistungen ragt in ganz besonderer Weise diejenige von Viggo Mortensen heraus, auf dessen Leib die Rolle des „Aragorn“ förmlich geschneidert zu sein scheint. Er wirkt in jeder Filmeinstellung präsent, strotzt nur so vor Kraft und Autorität. Das überrascht umso mehr, weil er in anderen Filmen fast schüchtern, introvertiert und insgesamt eher blass wirkt. Obendrein ist dies bemerkenswert, weil er einer der letzten Darsteller ist, der für das Projekt gewonnen wurde.

Herausragend sind auch die Leistungen von Ian McKellen als Gandalf, Christopher Lee als Saruman, Sean Astin als Frodos engagierter Wegbegleiter, der ihm bis zuletzt nicht von der Seite weicht, sowie Ian Holm als Bilbo Beutlin, der unmittelbar vor Frodo jahrelang den Ring gehortet hat.

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